Freitag, 1. Januar 2016

REVIEW: KABBALA, QLIPHOTH UND DIE GOETISCHE MAGIE (Thomas Karlsson)



Thomas Karlsson ist ein Tausendsassa wie er im Buche steht. Der aus Schweden stammende Okkultist ist nicht nur Autor und Gründer des magischen Orden Dragon Rouge, sondern auch Sänger der Band Therion und Dozent für westliche Esoterik an mehreren Universitäten. Eines der zentralen Werke seines literarischen Schaffens (und der Welt der okkulten Literatur) ist “Kabbala, Qliphoth und die Goetische Magie”. Hier liefert der Schwede nicht nur grundlegende Informationen zu der Kabbala und der Goetia, sondern beschreibt auch praktische Arbeiten mit den Systemen.

Zunächst einmal besticht “Kabbala, Qliphoth und die Goetische Magie” schlichtweg durch die enorme Fülle an Informationen. Karlssons Ausführungen sind hierbei keineswegs kryptisch bzw. nur mit Vorkenntissen zu verstehen. Er klärt zunächst Grundlegendes und führt den Leser in geschichtliche Rahmenereignisse, religiöse Zusammenhänge und verschiedene Gedankengänge, zum Beispiel über die Herkunft des Bösen, ein. Gerade im ersten Teil, der die Kabbala behandelt, präsentiert sich “Kabbala, Qliphoth und die Goetische Magie” primär als relevantes Nachschlagewerk, welches wertfrei Fakten in akademischer Manier zu übermitteln vermag.


Samstag, 26. Dezember 2015

REVIEW: PSICOPOMPO (HERMANN KOPP + LORENZO ABATTOIR) - SYNCHRONICITY (English)



Hermann Kopp has managed to make a somewhat remarkable name for himself over the years. Due to his involvement in the score of Jörg Buttgereit's highly acclaimed low budget film “Nekromantik”, the various releases on the German cult label “Galakthorrö” and the uniqueness of his style, Hermann is one of those artists who are always sure to attract attention with whatever they do. Lorenzo Abattoir, on the other hand, is an up and comer whose work seems to have remained under the radar, although he has been doing releases under various monikers for some years.

Together, they form the project “Psicompo”. In the enclosed texts, this term is defined as “a guide who accompanies the dying to the underworld” and the theme of their first CD release “Synchronicity (Theory of Carl Jung)” is exactly what the title states: the concept of synchronicity as researched by said psychologist. The album features four collaborative tracks and one solo track by each artist.


Freitag, 18. Dezember 2015

SPECIAL: "OROZCO THE EMBALMER" UND "DER WEG NACH EDEN" - GEMEINSAMKEITEN UND KULTURELLE UNTERSCHIEDE







Die westliche Welt hat sicherlich eine gänzlich eigene Art, in der sie mit dem Tod umgeht. Als künstlerisches Konzept – jedoch hier nicht uneingeschränkt geduldet – und in jeglicher Form von religiösem oder spirituellem Kontext ist er quasi omnipräsent, aber was die Darstellung echter Todesfälle angeht war und sind die Ansichten bedeutend anders. Wo lateinamerikanische Zeitschriften beispielsweise mit großflächigen Darstellungen von Unfallleichen und Mordopfern nicht geizen (und stellenweise sogar auf dieser Zurschaustellung aufgebaut sind) bleibt dergleichen hierzulande ein Tabuthema.



Das Interesse, egal ob in Fetischismus, Ästhetik oder bloßer Neugier begründet, war jedoch immer schon vorhanden und ist sicherlich als anthropoligische Universalie anzusehen. Neben den bekannten Mondofilmen – allen voran natürlich “Mondo Cane” - und der (zum Großteil gestellten oder mit Nachgestelltem angereicherten) “Gesichter des Todes” Reihe kursierten vor allem in Japan viele Videoserien wie “Death File” oder “Death Press”, welche expliziterer Natur waren und wirkliche Aufnahmen von Autopsien, Hinrichtungen und Kadavern boten. Die Möglichkeiten, solche VHS hier in Europa zu beziehen, waren natürlich dermaßen begrenzt, dass sie wohl eher als düstere Legenden gedient haben als alles andere. Heutzutage, in Zeiten der weltweiten Vernetzung, hat sich die Lage natürlich von Grund auf geändert. Immer wieder tauchen Videos und Bilder von Akten auf, welche so drastisch sind, dass man sie in den Zeiten des Videos vermutlich nicht einmal für astronomischste Unsummen hätte erstehen könnten – alles natürlich nur einen Klick entfernt und praktisch frei zugänglich für jeden, der mit einem Internetanschluss ausgestattet ist. Ironischerweise haben physische Real Death Formate trotz (oder gerade wegen) dieses virtuellen Überangebotes nach wie vor nichts von ihrer negativen Konnotation verloren.




Eine interessanter Zwischenbereich im Bereich der Todesdarstellung ist der Dokumentarfilm. Obwohl auch er immer wieder unter heftiger Kritik steht, stellt hier schon alleine der Grundcharakter eine gewisse kulturelle Relevanz her. Zwei der bedeutendsten Beispiele sind “Orozco – the Embalmer” von Tsurisaki Kiyotaka und “Der Weg nach Eden” von Robert-Adrian Pejo. Obwohl diese beiden Dokumentationen oberflächlich betrachtet als zwei Spielarten desselben Themas anmuten könnten, sind doch bei genauerer Analyse tiefgreifende Widersprüche zu erkennen, welche ein faszinierendes Bild der dargestellten Personen, Länder und nicht zuletzt Todessituationen zeichnen.


Donnerstag, 20. August 2015

REVIEW: TOTMACHER BAND 1 & 2 (Kirchschlager Verlag)



Mit “Totmacher” schickt der Kirchschlager Verlag, welcher schon für zahlreiche andere Sachbücher und Kompendien im Bereich Verbrechen und Serienmord von sich reden gemacht hat, eine neue Serie ins Rennen. Der Autor Gerd Frank legt mit jeder Ausgabe einen anderen Schwerpunkt fest und stellt auf je circa 200 Seiten mehrere Fälle vor. Im ersten Band “Der Vampir von Nürnberg” werden deutsche Serienmörder vorgestellt, wohingegen der zweite “Massenmord ohne Leichen” den eurpoäischen Raum abdeckt.

Abermals ist der vorherrschende Stil als sehr gelungen zu bezeichnen. Die Geschichten sind kurzweilig und an der Grenze zum Narrativen verfasst, bleiben jedoch immer sachlich und interessant. Die Anzahl von circa 20 Seiten wird nur selten überschritten, was sich beim Lesen als sehr glücklich erweist. Die notwendigen Details und die angebrachte Tiefe bzw. Psychischen Umstände der jeweiligen Täter sind ein vordergründiges Element der “Totmacher” Reihe. Dies zeigt sich zum Beispiel in dem Kapitel “Der Teufel vom Perlacher Forst”, welches den Serienmörder Peter Hössl behandelt. Dieser hatte eine sehr verquere, sexuelle Beziehung zu dem Gewehr, das ihm als Mordwerkzeug diente. Diese und andere komplexe Sachverhalte werden trotz des konsumierbaren und durchaus lockeren Stils in relativ beachtlicher Breite analysiert, auch wenn dies nicht den Schwerpunkt darstellt.


Donnerstag, 13. August 2015

REVIEW: UNHOLY DEATHCUNT - FUCK YOU! (English)



So far, the Scottish Black Metal band Unholy Deathcunt has kept a pretty low profile. Until now, only two releases have seen the light of day, the first of which being a demo from 2011 entitled “Fuck You!”. Clocking at about 17 minutes, Unholy Deathcunt's first demo presents five tracks of raunchy and chaotic Black Metal.


REVIEW: TORMENTUM - THE DEMOS 2004 - 2013 (English)



At first glance, the history of Tormentum appears to be a rather peculiar one. In its 12 years of existence, the underground Black Metal band from Finland has yet to release a real full-length album, but has produced four demos, namely “See You at the Morgue”, “Demo 2006”, “Demo 2013” and “The God of Witches”. These are all compiled on the “The Demos 2004 – 2013” tape released by Schattenkult Produktionen in 2014.

The musical side of Tormentum's discography is incredibly strong. Catchy and snappy melodies and riffs, a lot of pace variations and a constant feeling of development and variation make each track enjoyable and manage to capture the listeners attention throughout the entire running time. As seems to be the case with many new and old Finnish bands, Tormentum's aim seems to be the production of well-executed pure Black Metal in the vein of the earliest days and not the creation of a specificly own or “progressive” sound. And at this, the band fully succeeds.


REVIEW: AZELISASSATH - EVIL MANIFESTATIONS TOWARDS MANKIND (English)




AZELISASSATH is one of the projects of prolific Swedish Black Metal musician Svarthadauphuz. Operating as (or in) such highly acclaimed projects as Beketh Nexehmü, Svartrit and Grav, Svarthadauphuz has created somewhat of an own niche, an own brand of vile, raw and rough to the core Black Metal that draws inspiration from the aspects that established the art form back in the 90ies. The black and white cover art, unpolished sounds, corpse paint photos and an overtly negative and elitist stance have “Old School” written all over them and the presentation is so straight forward that there is no doubt about the sincerity of the artists involved. His label Ancient Records, home to most of the aforementioned projects and many more, has gathered a cult following and urged many fanatics to draw the comparison to Les Legions Noires. The second full-length under the AZELISASSATH moniker “Evil Manifestations Against Mankind”, however, was released as a pro CD by Schattenkult Produktionen and Dancing in the Trees and shows not only why the artist's work is held so dear by many fans, but also his musical qualities.